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20. September 2026

Gesundheit im Unternehmen: Effektive Maßnahmen brauchen Struktur

Gesunde Mitarbeitende sind eine wichtige Voraussetzung für stabile Prozesse, gute Qualität und langfristige Leistungsfähigkeit. In produzierenden Unternehmen treffen dabei ganz unterschiedliche Belastungen aufeinander: Schichtarbeit, Zeitdruck, körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten, ergonomische Anforderungen und zunehmend auch Fragen der psychischen Gesundheit. Wie relevant das Thema ist, zeigen aktuelle Zahlen: So fielen AOK-versicherte Beschäftigte 2025 im Durchschnitt 23,3 Tage krankheitsbedingt aus. Psychische Erkrankungen führten durchschnittlich zu 28,5 Arbeitsunfähigkeitstagen. Eine aktuelle ifaa-Trendstudie zeigt zudem, dass psychische Störungen für 71 Prozent der befragten Betriebe ein relevantes Thema sind. Damit wird deutlich: Unternehmen müssen die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ernst nehmen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als einzelne Angebote

Betriebliches Gesundheitsmanagement (kurz: BGM) ist jedoch mehr als einzelne Angebote wie ein Yoga-Kurs, ein Gesundheitstag oder eine Laufgruppe. Es verbindet Arbeitsschutz, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung. Bedarfe müssen erkannt, geeignete Maßnahmen ausgewählt, Verantwortlichkeiten geklärt und die Wirkung regelmäßig überprüft werden. Die Bachelorthesis von Kim Teresa Karsten zum Gesundheitsmanagement bei NEUMAYER unterstreicht deshalb, dass BGM nicht als Sammlung einzelner Angebote, sondern als langfristiger und kontinuierlich weiterzuentwickelnder Managementprozess verstanden werden sollte.

Damit Gesundheitsangebote wirken können, müssen sie zur Belegschaft passen und die Mitarbeitenden erreichen. Beschäftigte in Produktion, Verwaltung oder Schichtarbeit sind unterschiedlich belastet, haben unterschiedliche Arbeitszeiten und unterschiedliche Möglichkeiten, an Angeboten teilzunehmen. Ein einheitliches Programm für alle wird diesen Unterschieden nicht gerecht. Deshalb lohnt es sich, die Beschäftigten einzubeziehen und vorhandene Informationen zu nutzen. Welche Belastungen liegen vor? Welche Angebote werden genutzt? Wo bestehen Hürden? Mitarbeiterbefragungen, Feedback, Fehlzeitendaten oder Erkenntnisse aus dem Arbeitsschutz können dabei hilfreiche Hinweise liefern.

Ebenso wichtig ist die Kommunikation. Alle Mitarbeitenden sollten wissen, welche Angebote es gibt, an wen sie sich bei Interesse wenden können und wie mit vertraulichen Anliegen umgegangen wird. Diese Informationen müssen gut verständlich sein und über Kanäle bereitgestellt werden, die zu den jeweiligen Beschäftigtengruppen passen. Die Analyse unseres Unternehmens zeigt, dass Transparenz, Zugänglichkeit und Passgenauigkeit wesentliche Faktoren für die Wahrnehmung von Gesundheitsangeboten sind.

Gesundheitsmanagement bei NEUMAYER

Zu den bestehenden Bausteinen unseres Gesundheitsmanagements zählen ein strukturiertes Betriebliches Eingliederungsmanagement sowie Maßnahmen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz, darunter die betriebsärztliche Betreuung. Hinzu kommen freiwillige Angebote zur Gesundheitsförderung, unter anderem aus dem Bereich Bewegung. Ein Gesundheitszirkel mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Abteilungen vereint unterschiedliche Perspektiven aus dem Unternehmen und schafft eine Grundlage, um gesundheitsbezogene Themen aus dem Arbeitsalltag aufzugreifen. Damit sind wichtige Voraussetzungen vorhanden, auf denen das Gesundheitsmanagement aufbauen kann. Dahinter steht für uns der grundlegende Gedanke, dass Gesundheit und Arbeitsbedingungen zusammengehören. Wer langfristig leistungsfähige Prozesse sichern möchte, muss auch die Arbeitsbedingungen und den Unterstützungsbedarf der Mitarbeitenden berücksichtigen.

Die Bachelorthesis kommt zu dem Ergebnis, dass ein wirksames Gesundheitsmanagement nicht zwangsläufig mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket beginnen muss. Oft ist es sinnvoller, bestehende Aktivitäten systematischer zu betrachten, das heißt Bedarfe erkennen, passende Maßnahmen auswählen, verständlich kommunizieren, Rückmeldungen einholen und daraus lernen. Die Erfolgsmessung kann neben Fehlzeiten oder Arbeitsunfällen wichtige Hinweise zu Teilnahme, Zufriedenheit, wahrgenommenen Belastungen und das Gesundheitsempfinden liefern. Erst die Verbindung verschiedener Perspektiven zeigt, ob die Angebote die Beschäftigten erreichen und wo Anpassungsbedarf besteht.

Für Unternehmen können die folgenden drei Fragen ein guter Ausgangspunkt sein:

  • Wissen wir, welche gesundheitlichen Themen unsere Beschäftigten tatsächlich bewegen?
  • Erreichen unsere Angebote diejenigen, für die sie gedacht sind?
  • Nutzen wir Rückmeldungen, um unsere Maßnahmen weiterzuentwickeln?

Wir bedanken uns bei Kim Teresa Karsten für die intensive und aufschlussreiche Auseinandersetzung mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei NEUMAYER. Ihre Bachelorarbeit liefert uns wertvolle Impulse und zeigt unsere Stärken als auch mögliche Entwicklungsfelder auf. Die gewonnenen Erkenntnisse verstehen wir als wichtige Grundlage, um das Thema Gesundheit im Unternehmen weiterhin aufmerksam zu begleiten und bestehende Ansätze zu reflektieren.

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