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18. November 2022

Glühen für den Klimaschutz

Dirk Neumayer, Larissa Doll und Harter Andreas von der Richard Neumayer Gesellschaft für Umformtechnik kehrten mit Zuversicht und vielen guten Eindrücken von der „Vision 2045“ in Ägypten zurück. Parallel zur 27. Weltklimakonferenz fand in Ägypten das Gipfeltreffen „Vision2045“ statt. Diese Kampagne der TBD Media Group bringt ausgewählte Unternehmen zusammen, die sich in herausragender Weise für die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN einsetzen. Die Teilnehmer diskutierten in 15 verschiedenen Panels über Themen wie Klimawandel, klimaneutrale Wirtschaft, Gleichberechtigung und Inklusion. Dirk Neumayer sprach im Panel 13: „Climate Legacy“ über seine Klimaschutzinnovationen aus dem Schwarzwald.Nachhaltigkeitspreis in Berlin, Teil des Leitartikels im „Focus“, SWR-Dreh, Gastgeber für den Industrieverband Massivumformung – und vergangene Woche der „Vision 2045“ in Sharm El Sheik in Ägypten: Dirk Neumayer, Geschäftsführer des Familienunternehmens Richard Neumayer Gesellschaft für Umformtechnik, ist dieses Jahr ein gefragter Mann. Grund ist sein beharrlicher Weg, einen energieintensiven Betrieb wie seine Schmiede CO2-neutral zu machen. Als das Unternehmen vor mehr als zehn Jahren damit begann, gemeinsam mit wenigen Kunden ein innovatives Wärmebehandlungsverfahren zu entwickeln, war es zunächst schwierig, damit in den Markt vorzudringen. Durch die Nutzung der Schmiedewärme konnten 95 Prozent der Energie eingespart werden. Doch die – Automobilindustrie setzt eher auf erprobte Verfahren. Und dann kam der Green Deal der EU. Endlich sprach man nicht mehr nur davon, ganz allgemein die Erderwärmung zu begrenzen, sondern es gab klare Ziele: Der CO2-Ausstoß muss bis 2030 um 55 Prozent und bis 2050 auf Null heruntergefahren werden. Darüber sprach Dirk Neumayer vergangene Woche bei der „Vision 2045“ in Ägypten (siehe „Stichwort“) auf eine der Fragen auf der Podiumsdiskussion: wie sich staatliche Klimaschutzanreize auswirken. Dieser Green Deal puschte nämlich plötzlich sein nachhaltiges Verfahren: Seit die Kunden dadurch das Ziel verfolgen, den CO2-Fußabdruck auch in der Lieferkette zu senken, steigt die Nachfrage nach den Neumayer-Produkten enorm: „Das stärkt unsere Position und unsere Wettbewerbsfähigkeit“, so der Geschäftsführer. Auch der  Finanzsektor spielt beim Klimaschutz für ihn eine große Rolle, „weil auch die Finanzierungen nach diesem Ziel des Green Deals ausgerichtet sind“. Die Einladung nach Ägypten war für ihn und für Ihn und Larissa Doll ein Höhepunkt des Jahres. „Es war ein Gipfeltreffen für Unternehmer aus den unterschiedlichsten Branchen, die alle eines eint: die persönliche Ambition, etwas für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu tun“. Auf dieser gemeinsamen Grundlage sind in diesen Tagen weltweit Freundschaften entstanden, „weil es eben weniger um das Geschäft ging als um das gemeinsame Ziel“, so Neumayer. Unter den rund 40 Unternehmen sind relativ einige aus Deutschland gewesen. Zum Beispiel EVUM Motors, einem Startup für wartungsarme kommunale Elektrofahrzeuge oder die Keyou aus München, mit deren Kits ein LKW-Motor auf Wasserstoff umgerüstet werden kann. Auch internationale Begegnungen hinterließen Eindruck. Etwa mit der ehemaligen britischen Klimaschutzministerin Claire Perry O’Neill oder mit den UN-Botschaftern für Kenia und Botswana. Oder mit einer Unternehmensvertreterin, die an der Küste Australiens mit Wind und Sonne Strom für einen Cent pro Kilowattstunde gewinnt und damit E-Fuels herstellt. Auf die Kritik, dass die EU diese Technik bislang für Verbrennungsmotoren ausschließt, sei er immer wieder gestoßen, erzählt Neumayer. Besonders beeindruckt hat ihn die Vertreterin der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen in Rom. Sie habe leidenschaftlich appelliert, nicht nur über die drohende Katastrophe zu reden, zu der ein ungebremster Klimawandel führen kann – sondern viel mehr auch positiv über die Chancen und was alles schon in Gange ist zu sprechen. Denn die Hoffnung, dass die Begrenzung der Erderwärmung gelingen kann sei die stärkste Motivation und mache Lust darauf, gemeinsam etwas zu bewegen. Diese Lust sei in Ägypten deutlich spürbar gewesen. „Man wird gepuscht auch durch das Feedback Gleichgesinnter“, sagte Larissa Doll. „Es ist uns hier noch viel mehr bewusst geworden, wie die Welt zusammenhängt, und wie sehr das Handeln aller, der Menschen und der Unternehmen, gebraucht wird“. Sie sind überzeugt, dass diese Klimakonferenzen die Welt weiterbringen – auch wenn die Ergebnisse nach außen eher dürftig erscheinen. Allein, dass beispielsweise Ägypten als Gastgeberland nun massiv in Solar und Wind investiert, sei ein gutes Ergebnis. Für die „Vision 2045“ entstand ein Kurzfilm, der demnächst auf der Homepage des Unternehmens zu sehen sein wird, und auch der SWR war in Hausach und drehte wertvolle Minuten für seine Nachrichtensendung SWR aktuell, die in der Mediathek noch zu sehen sind. (von Claudia Ramsteiner)